FACHARTIKEL · AKTUALISIERT AM 13. OKTOBER 2026
XML schafft Struktur. Ob daraus ein aktuelles, nutzbares Verlagsprodukt wird, entscheidet das Zusammenspiel von Redaktion, Metadaten, Rechten und Produktion.
Struktur ist der Anfang.
Ein XML-Schema legt fest, welche Elemente ein Inhalt enthalten darf und wie sie zusammengehören. Es kann zum Beispiel Kapitel, Absätze, Tabellen und Verweise beschreiben. Damit entsteht eine gemeinsame Grundlage für Verarbeitung und Wiederverwendung. Die fachliche Richtigkeit eines Textes lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Beginnen Sie deshalb beim Produkt: Wer braucht welche Information, in welchem Kontext und über welchen Kanal? Daraus ergeben sich Inhaltsmodell, redaktionelle Regeln und Anforderungen an die Ausgabe. Ein technisch gültiger Inhalt ist ein wichtiger Zwischenstand, aber noch keine fertige Publikation.
Metadaten machen Inhalte auffindbar.
Thema, Zielgruppe, Sprache, Version und Produktzuordnung geben einem Inhaltsbaustein seinen Kontext. Planen Sie diese Angaben bereits bei der Erstellung ein. Ein abgestimmtes Vokabular hilft Redaktion und Suche, dieselben Begriffe zu verwenden.
Für zielgruppenorientierte Angebote reicht ein Schlagwort allein nicht aus. Legen Sie fest, welche Bausteine sich fachlich ergänzen, welcher Bearbeitungsstand freigegeben ist und welche Varianten zusammen veröffentlicht werden sollen. So wird Wiederverwendung zu einer redaktionell gesteuerten Entscheidung.
Tempo entsteht durch klare Übergaben.
Wer prüft einen Beitrag? Was passiert bei einer Rückfrage? Wann darf die Herstellung starten? Modellierte Workflows verbinden diese Entscheidungen mit Aufgaben und Zuständigkeiten. In SiteFusion bilden BPMN und Camunda die Grundlage der Prozesssteuerung; Editoren, Satzsysteme und weitere Dienste werden passend zur Lösung eingebunden.
Planen Sie auch den Weg zurück: Ändert sich ein freigegebener Baustein, muss geklärt werden, welche Produkte und Ausgaben erneut geprüft werden. Entscheidend ist, dass das Team den betroffenen Inhaltsstand und den nächsten Arbeitsschritt nachvollziehen kann.
Qualität, Rechte und Zugänglichkeit mitplanen.
Halten Sie bei Bildern und weiteren Assets fest, für welche Nutzung die notwendigen Rechte dokumentiert sind. Kanal, Laufzeit und gegebenenfalls Gebiet gehören in den jeweiligen Prüfprozess. Eine zentrale Rechteverwaltung unterstützt diese Arbeit; fehlende oder unklare Freigaben brauchen einen definierten Klärungsweg.
Strukturierte Inhalte erleichtern außerdem die Vorbereitung zugänglicher Ausgaben. Überschriftenhierarchien, sinnvolle Lesereihenfolgen und passende Textalternativen sollten redaktionell berücksichtigt werden. Ob die Ausgabe tatsächlich zugänglich ist, wird am erzeugten Produkt geprüft. XML allein stellt dies nicht sicher.
KI als Arbeitsschritt einordnen.
KI kann Vorschläge für Schlagwörter, Zusammenfassungen oder Bildbeschreibungen liefern. Im Publishing-Prozess braucht es dafür einen klaren Auftrag, geeignete Eingangsdaten und eine fachliche Prüfung. Vorschlag und freigegebener Inhalt sollten unterscheidbar bleiben.
SiteFusion kann solche Dienste in definierte Abläufe einbinden. Welche KI-Anwendung verwendet wird und welche Daten sie erhält, wird für die konkrete Lösung vereinbart. Die redaktionelle Verantwortung bleibt auch bei automatisierter Verarbeitung bestehen.
Der Ausgangspunkt: CrossMediaForum 2021.
Mario Kandler von SiteFusion und Gregor Sieber von EBCONT stellten am 1. Juli 2021 beim 23. CrossMediaForum den Ansatz „Time to market first“ vor. Am Beispiel des Verlags SKV verbanden sie strukturiertes Authoring mit Metadaten, Mediennutzungsrechten und Prozesssteuerung. Fonto wurde als eingebundener XML-Editor gezeigt.
Die Aufzeichnung dokumentiert diesen damaligen Projekt- und Produktstand. Der vorliegende Fachartikel ordnet das Thema für heutige Publishing-Projekte ein: von der Struktur über die Prüfung bis zur Veröffentlichung.
Originalbeitrag zum CrossMediaForum 2021
Den Vortrag ansehen.
CrossMediaForum · 1. Juli 2021 · Mario Kandler & Gregor Sieber · Deutsch. Die gezeigte Oberfläche und die beschriebenen Funktionen entsprechen dem damaligen Stand.
Mit dem Laden stimmen Sie der Datenübermittlung an Google/YouTube (auch in die USA) und möglicher Speicherung auf Ihrem Gerät zu. Beenden durch Neuladen der Seite. Datenschutz zu YouTube
Auf YouTube ansehen