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WebApp, native App oder doch beides?

Fast täglich werden wir von unseren Kunden gefragt, in welche Richtung sich der mobile Markt entwickeln wird. Ob sich HTML5 als Standard für WebApps durchsetzt oder ob man doch auf native Apps setzen soll, wobei sich hier wiederum die Frage stellt, ob Apple's iOS oder Google's Android in Zukunft die Nase vorn haben wird. Google's jüngste Bekanntmachung, mit Motorola Mobility einen namhaften Smartphone-Hersteller zu übernehmen, zeigt, dass gerade die Hardware immer wichtiger wird.

Um die Entscheidung, welche Varianten für Sie in Frage kommen, etwas zu erleichtern, folgt eine kurze Übersicht der Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten:

WebApp

Der größte Vorteil der WebApp gegenüber der nativen ist sicherlich die Tatsache, dass eine App direkt auf unterschiedlichen Plattformen verwendet werden kann. Dies ist gleichzeitig aber auch ein Manko, da somit Bedien-/Design- und Navigationskonzepte, welche auf das jeweilige Betriebssystem und Endgerät zugeschnitten, obsolet sind und darunter die intuitive Bedienung leidet.

Prinzipiell ist bei einer WebApp eine leistungsstarke und ressourcenreiche Verarbeitung hoher Datenmengen auf einem Server möglich. Allerdings kann es bei der Übertragung von Zusatzinformationen, wie zum Beispiel verschiedene Darstellungen, etc. über bandbreiten-reduzierte Verbindungen zu Zusatzkosten oder hohen Wartezeiten kommen. Der "always on"-Effekt ist somit zwar prinzipiell gegeben, kann sich aber auch negativ auf das Nutzungserlebnis auswirken.

Besonders vorteilhaft für die Entwickler ist die zentrale Verwaltung der Software auf dem Server, was einfache Wartungs- und Aktualisierungsmöglichkeiten mit sich bringt. Dies wirkt sich vice versa auf den Geldbeutel des Auftraggebers der App aus.

Trotz des Aufholens von HTML5 gibt die Technologie derzeit noch nicht die Möglichkeiten einer nativen Programmierung her. So können intuitive Eingabeoptionen für den User, beispielsweise durch Schütteln, Swipen oder dergleichen, aktuell nicht realisiert werden. Dadurch geht insbesondere der "Lifestyle-Effekt" des Smartphones oder Tablets verloren, auf welchen die Hauptzielgruppe besonderen Wert legt.

Ebenfalls schwierig bzw. teilweise unmöglich ist zum Einen die Nutzung der Hardware eines Geräts, wie zum Beispiel des Lage- und Bewegungssensors, der Kamera oder des Mikrofons und zum Anderen die Interaktion mit anderen Apps auf dem Gerät.

Aus Vermarktungssicht ist ein ebenfalls großer Nachteil die fehlende Plattform (Appstore oder Marketplace), welche den Verkauf der App eigentlich erst ermöglicht.

Fazit: Die WebApp eignet sich aus unserer Sicht auf Grund der oben genannten Punkte derzeit eher für den unidirektionalen Informationsaustausch, ähnlich einer mobilen Website, unter Berücksichtigung des Touchscreens der Endgeräte. Nichts desto trotz wird mit steigender Netzabdeckung und schnelleren Bandbreiten sowie der Einführung von HTML5 als Standard die WebApp mittelfristig auf die Alternativen aufholen.

native App

Die native App bringt den Vorteil mit sich, dass sie auf das jeweilige Endgerät bzw. auf die jeweilige Plattform zugeschnitten werden kann. Selbstverständlich ist dies aufwändig, da es keine einheitlichen Programmierrichtlinien zwischen den Anbietern der unterschiedlichen Betriebssysteme gibt. Darüber hinaus existieren in der Regel unterschiedliche Software-Versionen für unterschiedliche Plattformen. Andererseits bietet diese Tatsache die Möglichkeit, sämtliche spezifischen Guidelines zu nutzen um so eine intuitive Bedienbarkeit sowie ein einheitliches Look&Feel mit dem System und anderen Apps zu gewährleisten.

Sämtliche Nachteile der WebApp in Verbindung mit den Smartphone-Features werden bei der nativen App zu Vorteilen. So sind intuitive Eingaben möglich, die Interaktion mit anderen Apps ist gegeben und es können gerätspezifische Hardwarevoraussetzungen, wie beispielsweise die Displaygröße oder -auflösung berücksichtigt werden.

Ebenfalls von Vorteil ist die Möglichkeit, die App offline zu nutzen, falls einmal keine Internetverbindung vorhanden ist. Des Weiteren sind mit den Stores gute Vermarktungs- und Verkaufskanäle gegeben, in denen sich täglich Millionen von Usern tummeln. Allerdings bringt dies im Umkehrschluss die Notwendigkeit der Prüfung bzw. Kompilierung einer App mit sich, was jedoch zwischenzeitlich relativ unproblematisch und schnell vonstattengeht.

Zu guter Letzt ist die Installation bzw. Deinstallation einer App einfacher als beim Web Pendant, welches häufig über den Umweg als Bookmark im Startmenü anzulegen ist.

Fazit: Der Entwicklungsaufwand nativer Apps, die für unterschiedliche Plattformen zur Verfügung stehen sollen, ist höher als bei WebApps. Allerdings ist der Anwendungsbereich umfangreicher, die native App punktet zudem vor allem mit dem "Lifestyle-Faktor", der besonders für Tablet-User ausschlaggebend ist. Die Verkaufsmöglichkeit über die Stores ist häufig eine lukrative Einnahmequelle, wodurch sich die Entwicklungskosten in der Regel relativ schnell amortisieren.

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